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Gruppenrichtlinie: Firefox als Standardbrowser und Internet Explorer Meldungen deaktivieren

Erst kürzlich stand ich erneut vor der Aufgabe, bei einem Kunden den Standard-Browser vom Internet Explorer in den Mozilla Firefox abzuändern. Die Einstellung sollte in einer Terminalserver-Umgebung unter Windows Server 2008 R2 erfolgen, automatisch und transparent für die Benutzer.

Sind mehr als nur ein Browser auf einem System installiert, so konkurrieren diese ständig miteinander um die Vorherrschaft des Standard-Browsers. Diese schlechte Eigenschaft lässt sich aber zum Glück mit Hilfe der Gruppenrichtlinien und den Gruppenrichtlinienerweiterungen für Windows Server 2008 R2 relativ einfach und schnell abstellen.

Firefox

Jeder Benutzer wird dem Administrator dankbar sein, wenn er nicht von allen installierten Browsern regelmäßig um ein „Voting“ für die Einstellung des Standard-Browsers „gebeten“ wird. Auch beim Firefox sollte deshalb diese Nachfrage (egal, ob dieser der Standard-Browser werden soll oder nicht) deaktiviert werden.

Leider gibt es für diese Option keine einfache zentrale Lösung, weshalb ich hier auf die folgenden zwei Varianten verweisen möchte.

Variante 1: FrontMotion Firefox CE

Leider ist der Mozilla Firefox von Hause aus nicht über Gruppenrichtlinien konfigurier- und steuerbar. Dazu gehört auch, dass er nicht als MSI-Paket automatisch verteilt und installiert werden kann. Diese Schwachstelle wird durch den Software  Hersteller FrontMotion beseitigt. Diese Firma bietet mit dem FrontMotion Firefox Community Edition nicht nur sprach-basierte MSI-Pakete für die automatische Verteilung des Firefox innerhalb von Windows Domänen, sondern auch ein Firefox Richtlinien Template (ADM und ADMX) für die Verwaltung über eine Gruppenrichtlinie.

Variante 2: ADMX-Vorlage und VBS-Skript

Einen anderen Weg verfolgt n8felton mit seiner Kombination aus ADMX Vorlage und auszuführenden VBS-Skript, welches die vorgenommenen Registry-Änderungen auf dem jeweiligen System in Konfigurationsdateien umsetzt. Dadurch wird auch der Einsatz des originalen Firefox möglich – der sich allerdings nicht automatisch aktualisieren lässt. Die jeweils aktuelle Version der Dateien (inkl. deutscher ADML Datei) findet man bei GitHub unter https://github.com/n8felton/Firefox-ADMX.

Standard-Browser

Für die Einstellung als Standard-Browser müssen in der entsprechenden Gruppenrichtlinie im Benutzer-Teil folgende zwei Registry-Einträge aktualisiert werden:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\http\shell\open\command

HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\https\shell\open\command

Hier muss jeweils der (Standard) Eintrag vom Typ REG_SZ den folgenden Wert erhalten:

„%ProgramFiles(x86)%\Mozilla Firefox\firefox.exe“ -osint -url „%1“

Danach werden alle Links automatisch mit dem Firefox geöffnet.

Internet Explorer

Beim dem Internet Explorer ist die zentrale Konfiguration wesentlich einfacher, da hier bereits die entsprechenden Gruppenrichtlinien-Einstellungen „von Haus aus“ mitgeliefert werden.

Die Meldungen, die der Internet Explorer bei der Überprüfung des Standard-Browser liefert, lassen sich so einfach mit der folgenden Einstellung abstellen (Benutzerkonfiguration, Administrative Vorlagen, Windows-Komponenten, Internet Explorer: Änderung der „Überprüfung des Standardbrowsers“ deaktivieren):

Es bietet sich allerdings an, diese Einstellung im Abschnitt Benutzerkonfiguration, Windows-Einstellungen, Internet Explorer-Wartung, Programme aus einer bestehenden Konfiguration zu importieren.

Diese Einstellung überschreibt nämlich die obere Gruppenrichtlinie in jedem Fall.

Fazit

Der Kampf der Browser um die „Vorherrschaft“ beim Anwender wird – wie andere Dinge – auf dem Rücken der IT-Administration ausgetragen. Denn der Benutzer bzw. Anwender gibt vor, welchen Browser er wann, wie oft und wo verwenden möchte. Dabei sollte möglichst alles funktionieren und kein Browser ständig nachfragen, ob er denn nun der gültige Standard-Browser ist. Zur Dokumentation für die zukünftige Wiederverwendung deshalb dieser Artikel.

Für Verbesserungsvorschläge, Kritik oder Fragen bin ich immer offen und freue mich über jederzeit über einen Kommentar.

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