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Ein IT Blog mit Themen aus dem Windows Server Umfeld.

Windows Image Backup – Server-Sicherung zur Laufzeit und Wiederherstellung kostenlos

Seit Windows Server 2008 (also Kernel 6.0.x) ist die Komponente Windows Image Backup (Windows Server-Sicherungsfeatures) im Betriebssystem integriert. Dies gilt auch für die Client-Versionen Windows Vista und Windows 7. Während die Funktionalität bei den Client-Betriebssystemen bereits vorinstalliert ist (Windows-Sicherung), muss das Feature auf einem Server zwar erst installiert werden, gehört aber eben zum Lieferumfang. Das Programm ermöglicht die vollständige Sicherung des Systems auf einen externen Datenträger (bspw. eine USB-Festplatte) oder eine Freigabe im Netzwerk. Bandlaufwerke werden nicht unterstützt. Das Programm eignet sich ebenfalls nicht für eine regelmäßige Datensicherung – es dient lediglich zu Desaster Recovery Zwecken, dafür ist es aber nahezu perfekt. Auf einem Client-Betriebssystem – wie etwa Windows 7 – kann ich den Einsatz als Backup-Programm wiederum empfehlen, handelt es sich auf einem solchen System oftmals doch um geringere Datenmengen.

Installation

Wer das Feature installiert, sollte auch gleichzeitig die Befehlszeilentools auswählen. Dahinter verbirgt sich das Kommandozeilen-Tool wbadmin, mit dem eine Skript-basierte Sicherung möglich wird.

Nach der Installation kann man über die grafische Konsole (Start, Programme, Verwaltung, Windows Server-Sicherung) eine Einmalsicherung durchführen, einen Sicherungszeitplan erstellen oder Wiederherstellungsoptionen wählen. Die grafische Konsole und ihre Funktionen unterscheidet sich bei der Server- und der Client-Version, ich gehe hier nur auf die Server-Variante näher ein.

Backup

Voraussetzungen

Typischerweise existiert in einer Serverumgebung immer ein Backupserver, der alle zu sichernden Daten final auf ein Band schreibt – unabhängig von der verwendeten Backupsoftware. Auf diesem Backupserver richtet man auf einem Laufwerk mit entsprechend freier Kapazität einen neuen Ordner ein

[Volume]\Backup

und gibt diesen anschließend im Netzwerk frei (bspw. Freigabename „Sicherungen“). In den Berechtigungseinstellungen der Freigabe wird für den Benutzer „Jeder“ der Vollzugriff gesetzt. Im Reiter Sicherheit des Ordners können nun (bspw. innerhalb einer Domäne) die entsprechenden Benutzer (oder Gruppen) mit den erforderlichen Schreibrechten hinzugefügt werden. Anschließend kann auf den zu sichernden Server(n) die neue Netzwerkfreigabe

\\Backupserver\Sicherungen

genutzt werden. Dadurch lassen sich schnell einfache, mehrstufige Sicherungen der Server einrichten.

Hinweis: Während der Erstellung dieses Artikels ist mir durch Hinweise verschiedener Leser (Danke an Nils und Tim) aufgefallen, dass es große Unterschiede zwischen den Versionen der Windows Server-Sicherung von Windows Server 2008 und R2 gibt. Bei Einsatz eines Windows Server 2008 R2 ist die Sicherung nämlich um ein Vielfaches einfacher, da diese einen wesentlich größeren Funktionsumfang bietet. Das Backup wird deswegen für beide Server-Versionen gesondert betrachtet.

Windows Server 2008

Bei der Einmalsicherung hat der Administrator mehrere Optionen zur Auswahl:

Die vollständige Sicherung sichert alle lokalen Laufwerke, während bei der benutzerdefinierten Auswahl Laufwerke ausgeschlossen werden können. Eine Sicherung einzelner Verzeichnisse oder Dateien ist nicht möglich, es werden nur komplette Laufwerke gesichert. Das Systemvolume wird immer dann gesichert, wenn die Option „Systemwiederherstellung aktivieren“ genutzt wird. Als Ziel kann entweder ein weiterer Datenträger (kein weiteres Volume auf dem selben Datenträger auf dem sich das Systemvolume befindet) oder die oben beschriebene, neu erstellte Netzwerkfreigabe verwendet werden:

Der Vorteil der Sicherung besteht darin, dass die Betriebssystem-integrierten VSS-Funktionen (Volume Shadow Copy Services) genutzt werden.

Dadurch wird zur Laufzeit ein konsistentes Backup erstellt, dass jederzeit für eine Systemwiederherstellung verwendet werden kann. Auf dem Backupserver wird durch die Sicherung die folgende Verzeichnisstruktur erstellt:

\\[Backupserver]\Backup\WindowsImageBackup\[Server]\Backup [Date][Time]

Der Servername ist dabei der Name des gesicherten Systems. In dem untersten Backup-Ordner befinden sich nach der Sicherung einige XML-Dateien (Konfigurationsdaten) und die Sicherung als VHD-Datei (Virtual Hard Disk). Bei der Sicherung mehrerer, verschiedener Systeme (durchaus auch zur gleichen Zeit) befinden sich unterhalb des Ordners WindowsImageBackup dann die entsprechenden Ordner mit den jeweiligen Servernamen. So gibt es eine zentrale Stelle aller Sicherungsabbilder, die zur Wiederherstellung genutzt und vom Backupserver auf Band gesichert werden können.

Leider lassen sich mit Hilfe des Sicherungszeitplanes beim Windows Server 2008 keine Sicherungen auf Netzlaufwerke planen, es können lediglich lokale Datenträger genutzt werden. Steht kein solcher zusätzlicher Datenträger zur Verfügung bricht die Einrichtung des Zeitplanes mit folgender Fehlermeldung ab:

Doch es gibt Abhilfe in Form eines Skriptes. Ich habe für diese Zwecke ein einfaches Batch (CMD-Datei) geschrieben (Voraussetzung sind die installierten Befehlszeilentools):

@echo off
set logfile=[LOGFILE]
echo Backup-Start: %DATE% um %TIME% Uhr > %logfile%
echo ———————————————————————- >> %logfile%
wbadmin start backup -backuptarget:\\[BACKUPSERVER]\[FREIGABE] -include:c:,d: -allcritical -quiet >> %logfile%
echo ———————————————————————- >> %logfile%
echo Backup-Ende:  %DATE% um %TIME% Uhr >> %logfile%

In dem Skript sind die Variablen [LOGFILE] durch den Pfad und Dateinamen der Protokolldatei zu ersetzten – sofern benötigt. Die Variablen [BACKUPSERVER] und [FREIGABE] müssen mit dem Namen des Zielservers und dessen Freigabe ersetzt werden. Außerdem müssen die Laufwerksbuchstaben nach der -include Option entsprechend dem jeweiligen System angepasst werden (Komma-getrennt). Der Schalter -allCritical bewirkt, dass automatisch alle Volumes in die Sicherung eingebunden werden, die für eine vollständige Wiederherstellung des Systems benötigt werden (Systemvolume). Das Skript kann nun als Task in der Aufgabenplanung des Servers verwendet werden, um die Systeme bspw. täglich in der Nacht zu sichern.

Windows Server 2008 R2

In der neuen Version der Windows Server-Sicherung des R2 hat sich einiges getan. Im Gegensatz zur alten Version können nun – sowohl bei der Einmalsicherung als auch mit Hilfe des Sicherungszeitplanes – fein granulierte Sicherungselemente ausgewählt werden. Wählt man den „Benutzerdefinierten Konfigurationstyp„, so lassen sich in Elemente bis auf Dateiebene zur Sicherung hinzufügen:

Da der Sicherungszeitplan des Windows Server 2008 R2 nun als Zieltyp auch Netzwerkfreigaben unterstützt, wird das obige Skript nicht mehr benötigt. Stattdessen wählt man die zu sichernden Elemente, wie

  • Bare-Metal-Recovery
  • Systemstatus (wird bei Bare-Metal-Recovery automatisch gewählt)
  • Systemvolume (wird bei Bare-Metal-Recovery automatisch gewählt)
  • zusätzliche Ordner oder Dateien auf weiteren Volumes

aus. Unter den erweiterten Einstellungen lassen sich dann außerdem noch Ausschlüsse definieren (allerdings nur von Elementen auf zusätzlichen, nicht Bare-Metal-Recovery-relevanten Volumes) und VSS-Einstellungen konfigurieren. Danach kann eine tägliche Sicherungszeit oder auch mehrmalig pro Tag definiert werden:

Der Clou – und damit wesentlicher Vorteil und Unterschied zur Version vom Windows Server 2008 – ist aber, dass als Sicherungsziel nun ein freigegebener Netzwerkordner angegeben werden kann:

Nach der Eingabe der Benutzerauthentifizierung wird die Sicherung eingerichtet und im Hauptfenster des WDS angezeigt:

Windows Server 2008 und R2

Die Dauer einer (initialen) Sicherung ist abhängig von der Größe der Volumes und den installierten Anwendungen, den durchschnittlichen Änderungsdaten der zu sichernden Volumes, der Geschwindigkeit der Festplatten und des Netzwerkes – typischerweise benötigt sie mehrere Minuten. Beschleunigen lässt sich dieses Verhalten aber durch die Aktivierung der Funktion Schattenkopien auf dem bzw. den Quell-Laufwerk(en):

Wird diese Funktion aktiviert, werden diese Schattenkopien für die Sicherung verwendet. Abhängig von der Änderungsrate der Daten auf dem Quell-Laufwerk(en) dauert eine wiederholte Sicherung nur noch wenige Sekunden bis zu einigen Minuten. Eine akzeptable Zeit und eine super Funktion, wie ich finde.

Um Missverständnisse zu vermeiden, sei an dieser Stelle gesagt, dass mit dieser Variante – egal ob Windows Server 2008 oder 2008 R2 – KEINE inkrementellen Sicherungen erstellt werden. Das vorherige Backup wird immer durch die neue Sicherung ersetzt.

Die Version und die Art der Verwendung eines erstellten Backups für die Wiederherstellung kann mit Hilfe des Befehls

wbadmin get version -machine:[Server] -backuptarget:\\[Backupserver]\[Freigabe]

überprüft werden. Die Verwendung des -allcritical Schalters bei der Sicherung bewirkt, dass die Sicherung für ein „Bare-Metal-Recovery“ verwendet werden kann:

Recovery

Leider wird – viel zu oft – die Wiederherstellung (in unterschiedlichen Szenarien) von Daten vernachlässigt oder erst gar nicht betrachtet. Dabei bedeutet eine funktionierende Datensicherung nicht, dass im Worst Case ein System innerhalb kürzester Zeit auch wieder betriebsbereit ist. Hier sind ebenfalls mehrstufige Konzepte notwendig und vor allen Dingen zu testen. Für die Windows Server-Sicherung betrachte ich hier den Fall, dass der Server vollständig wiederhergestellt werden muss (Start from scratch oder auch Bare Metal Recovery).

Zu Beginn benötigt man den Installationsdatenträger des ehemals installierten Betriebssystems. Experten können sich auch mit Hilfe des WAIK (Windows Automated Installation Kit) ein eigenes Startabbild erstellen und dieses auf einem WDS-Server via PXE bereitstellen – was den Vorgang deutlich komfortabler und schneller macht. Beim Booten vom Installations-Datenträger muss im Installationsmenü der Punkt Computerreparaturoptionen ausgewählt werden:

Im folgenden Fenster kann man für das betreffende System eventuell benötigte Treiber (bspw. Netzwerk) laden (USB wird unterstützt), um Zugriff auf das Sicherungsabbild im Netzwerk zu erhalten. Da das System „jungfräulich“ ist, wird hier logischerweise kein installiertes Betriebssystem angezeigt.

Anschließend ist die Windows-Complete PC-Wiederherstellung zu starten:

Die erste Warnmeldung kann ignoriert und abgebrochen werden:

Danach wählt man den Punkt „Andere Sicherung wiederherstellen“ und wählt unter „Erweitert“ den Punkt „Im Netzwerk nach einer Sicherung suchen“ aus:

Danach wird das Netzwerk gestartet und eine IP Adresse vom DHCP Server (erforderlich!) empfangen. Anschließend kann das Verzeichnis auf dem Backupserver angegeben werden:

Nun muss man sich noch authentifizieren um Zugriff auf die Sicherung zu erhalten und bekommt im folgenden Fenster die existierenden Sicherungen angezeigt.

Im nächsten Schritt muss noch das (oder die) entsprechende Volume(s) ausgewählt werden, die wiederhergestellt werden sollen.

Zum Abschluss kann man noch entscheiden, ob ein (Ziel-)Datenträger von der Wiederherstellung ausgeschlossen, zusätzliche Treiber installiert, der Computer nach der Wiederherstellung neu gestartet oder ein CHKDSK ausgeführt werden soll.

Achtung: Um böse Überraschung zu vermeiden, eine wichtige Information zur Größe des Zieldatenträgers. Der Datenträger, auf dem die Volumes (System und evtl. weitere) wiederhergestellt werden sollen, darf nicht kleiner sein als der ursprüngliche Datenträger – die Wiederherstellung kann sonst die Partitionsdaten nicht einrichten und meldet einen Fehler. Der umgekehrte Fall funktioniert problemlos.

Die Wiederherstellung dauert abhängig von der Netzwerkgeschwindigkeit und der Größe der Sicherung einige Minuten.

Das System wird im Anschluss neu gestartet. Je nach Einsatz des Servers sind evtl. noch weitere Rücksicherungsschritte notwendig (bspw. durch Backuplösung auf Dateiebene), das System ist aber sofort – mit seiner ursprünglichen Konfiguration – einsatzbereit und nutzbar.

Fazit

Wie schon erwähnt, nutze ich das Feature nur als automatisierte Recovery Option, sie ersetzt keinesfalls eine Backuplösung zum Zwecke der Wiederherstellung einzelner Dateien oder deren Stände. Auf Grund der Möglichkeit der Sicherung eines Systems zur Laufzeit, sowie der extrem schnellen Aktualisierungs-Sicherungen und der Integration im Betriebssystem (Sicherung und Wiederherstellung) bin ich von dem Produkt begeistert. Die Integration in einem mehrstufigen Sicherungskonzept, ist aus meiner Sicht deshalb sinnvoll und funktional. So sichern wir typischerweise Serversysteme immer mehrfach: mit Hilfe der Windows Server-Sicherung zu Recovery-Zwecken und zusätzlich auf Datei-Ebene mit einem weiteren Backup-Produkt. Man sollte immer bedenken: Eine Wiederherstellung kann immer nur dann zügig funktionieren, wenn bereits im Vorfeld verschiedene Faktoren beachtet und getestet wurden.

Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen das Thema ein wenig schmackhaft machen bzw. näher beleuchten. Bei Fragen zum Vorgehen oder auftauchenden Problemen nutzt bitte die Kommentar-Funktion. Wie bei allen meinen anderen Beiträgen gilt auch hier wieder: Für Tipps, Vorschläge sowie Fragen oder Kritiken bin ich stets offen.

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12 Kommentare für “Windows Image Backup – Server-Sicherung zur Laufzeit und Wiederherstellung kostenlos”

  • Timo Tausch

    Leider funktioniert meiner Erfahrung nach keine inkrementelle Sicherung über das Netzwerk. Anstelle dessen werden immer Vollbackups gemacht.

    Microsoft dokumentiert dies wie folgt:
    „Wichtig: Wird eine Sicherung in einem freigegebenen
    Remoteordner gespeichert, wird die Sicherung überschrieben,
    falls der gleiche Ordner erneut zum Sichern des gleichen Computers
    verwendet wird. Schlägt die Sicherung fehl, ist u. U. keine
    Sicherung verfügbar, da die ältere Sicherung überschrieben
    wird, die neuere Sicherung aber nicht verwendbar ist.
    Vermeiden Sie dies, indem Sie im freigegebenen Remoteordner
    Unterordner für die Sicherungen erstellen. Die Unterordner
    belegen dabei doppelt so viel Speicherplatz wie der
    übergeordnete Ordner.“

    Weiterhin sei erwähnt, dass es auch möglich ist nur einzelnen Ordner/Dateien zu sichern (-include) bzw. gezielt Ordner von der Sicherung auszuschließen (-exclude).

    „-include Gibt die kommagetrennte Liste von Elementen an, die in die
    Sicherung eingeschlossen werden. Sie können mehrere Dateien,
    Ordner oder Volumes einschließen. Volumepfade können anhand
    von Volumelaufwerkbuchstaben, Volumebereitstellungspunkten
    oder GUID-basierten Volumenamen angegeben werden. Ein
    GUID-basierter Volumename muss mit einem umgekehrten
    Schrägstrich („\“) beendet werden. Bei Angabe eines
    Dateipfads können im Dateinamen Platzhalterzeichen („*“)
    verwendet werden. Sollte nur zusammen mit dem Parameter
    „-backupTarget“ verwendet werden.

    -exclude Gibt die kommagetrennte Liste von Elementen an, die von der
    Sicherung ausgeschlossen werden. Sie können Dateien, Ordner
    oder Volumes ausschließen. Volumepfade können anhand von
    Volumelaufwerkbuchstaben, Volumebereitstellungspunkten
    oder GUID-basierten Volumenamen angegeben werden.
    Ein GUID-basierter Volumename muss mit einem umgekehrten
    Schrägstrich („\“) beendet werden. Bei Angabe eines
    Dateipfads können im Dateinamen Platzhalterzeichen („*“)
    verwendet werden. Sollte nur zusammen mit dem Parameter
    „-backupTarget“ verwendet werden.“

  • Bent Schrader

    Hallo Timo,

    das ist völlig korrekt. Vielleicht habe ich mich da etwas undeutlich ausgedrückt. Mir ist bewusst, dass das Backup keine inkrementellen Stände auf einer Netzwerkfreigabe speichert, sondern immer ein aktuelles Vollbackup durchführt. Allerdings werden bei einem bereits existierenden Backup (also einem VHD-Abbild im Freigabeordner) nur geänderte Daten aktualisiert, das Image wird NICHT komplett neu erstellt – genau diese Funktion ermöglicht eben ein sehr schnelles Backup der Maschine(n).

    Wie ich schon schrieb, macht die Sicherung nur Sinn, wenn sie in einem mehrstufigen Konzept verwendet wird: Bspw. Image-Backup der Maschinen auf einer Netzwerkfreigabe (diese befindet sich wiederum auf einem Backupserver). Die Sicherungssoftware (nicht Windows-Image-Backup) auf diesem Backupserver sichert dann die Daten des freigegebenen Ordners auf Band. Damit kann man durchaus ein Recovery-Scenario aufbauen, die die Wiederherstellung zu einem beliebigen Zeitpunkt ermöglicht.

    Der Ein- bzw. Ausschluss einzelner Ordner und Dateien war mir bis dato nicht bekannt (ich habe die Funktion bisher nur für Volumes benötigt), vielen Dank für den Tipp, ich werde das im Artikel ergänzen/aktualisieren.

    Gruß Bent

  • Timo Tausch

    Hallo Bent,

    jetzt muss ich doch noch mal etwas ausholen…
    Du schreibst, dass „immer ein aktuelles Vollbackup“ durchgeführt wird, dass Image nicht neu erstellt wird, sondern nur geänderte Daten aktualisiert werden.

    Für mich widersprechen sich diese Punkte etwas. Entweder wird ein Vollbackup gemacht oder es werden nur geänderte Daten im Ziel aktualisiert. Das Ergebnis mag nach der Aktualisierung dann wieder ein vollständiges aktuelles Backup sein. Meinst Du das mit Vollbackup durchführen?

    Ich habe versucht die Punkte praktisch zu prüfen. Skript übernommen, Task eingerichtet (W2k8R2 Enterprise) und zweimal laufen lassen. Zwischen den Durchläufen habe ich nichts am System geändert.

    Ergebnis: Die Dauer des Backups blieb konstant, die Netzwerkkarte war zu 99% ausgelastet und es wurde die identische Datenmenge übertragen (entspricht der Größe des Laufwerkes C:\).

    Im Grund ist das meiner Meinung auch logisch. Die Sicherung passiert blockbasiert und wir speichern auf einem Netzlaufwerk. Woher soll die Sicherung zum Zeitpunkt der zweiten Sicherung wissen was sich blockweise geändert hat, ohne direkt auf die vorhandenen Blöcke zugreifen zu können (liegen ja im Netz).

    Hast Du das Mal über das Netzwerk getestet und beobachtet? Vielleicht hab ich ja auch irgendwo einen Denkfehler :-S

  • Bent Schrader

    Hallo Timo,

    ich habe herausgefunden, dass Microsoft zwischen Kernel 6.0.x und 6.1.x einige Funktionen von wbadmin erweitert hat. Das Ein- bzw. Ausschliessen von Ordnern und Dateien funktioniert z.B. erst seit Windows Server 2008 R2, unter Windows Server 2008 können lediglich Volumes eingeschlossen werden, der exclude Parameter ist nicht verfügbar. (Da ich bisher vorrangig Windows Server 2008 Systeme mit wbadmin gesichert hatte, ist mir die Neuerung erst jetzt aufgefallen – dafür schon einmal Danke.)

    Mittlerweile habe ich die Ursache für die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Dauer für die Sicherung herausgefunden. Für zusätzliche eingebundene Laufwerke hatte ich die Schattenkopie-Funktionalität aktiviert, diese sorgt für die schnelle Aktualisierung der Änderungsdaten. Dies funktioniert im Übrigen auch wunderbar mit Systemvolumes. Die Aktivierung der Schattenkopien ist dabei kein Muss, in einigen Fällen ist eine Aktivierung selbiger sogar wenig sinnvoll.

    Bitte entschuldige die ungewollt gestiftete Verwirrung und Danke für den Hinweis.

    Gruß Bent

  • faq-o-matic.net » Windows Image Backup: Server-Sicherung zur Laufzeit und Wiederherstellung

    […] Dieser Artikel erschien zuerst auf Bents Blog. […]

  • Philipp

    Hallo Bent,

    vielen Dank für den Artikel. Ich habe noch zwei Fragen an dich:

    1) Im Galileo Open Book Windows 2008 R2 steht unter Abb 21.12, dass eine volltändige Sicherung nicht übers Netzwerk wiederhergestellt werden kann – das ist ja im direkten Wiederspruch zum hier angesprochenen (siehe http://bit.ly/vsJ77b
    )

    2) Wir haben fest zugewiesene IP-Adressen, d.h. bei einer Wiederherstellung übers Netz können wir auf keinen DHCP-Server zugreifen. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, die IPs direkt anzugeben ?

    Liebe Grüße,
    Philip

  • Bent Schrader

    Hallo Phillip,

    zur Frage 1: Ich weiß nicht was in dem Buch getestet wurde, ich habe zumindest schon mehrfach einen Server über das Netzwerk wiederhergestellt. Wichtig ist halt nur das Baremetall-Recovery bei der Sicherung ausgewählt wurde (ist aber bei der vollständigen Sicherung immer mit dabei). Bei der Rücksicherung benötigt man selbstverständlich den Treiber der Netzwerkkarte auf einem USB-Stick, sollte diese nicht von der Recovery-CD erkannt worden sein.

    Frage 2: Das habe ich bisher noch nicht getestet. Eventuell kann über die Eingabeaufforderung und dem Befehl netsh die IP manuell gesetzt werden. Andernfalls gibt es aber auch Open-Source-Lösungen die einen „kleinen“ DHCP-Server direkt vom USB-Stick starten (von einem anderen System aus natürlich).

    Gruß,
    Bent

  • Hannes Schurig

    Vielen Dank für diesen Artikel!
    Sehr ausführlich, mit Screenshots hinterlegt, war sicherlich ’ne Menge Arbeit. Hat mir zumindest gerade bei meinem Problem geholfen.

    Bzgl. Server Sicherung via Batch Script fahre ich die Sicherung eines Servers gerade mit dieser Lösung:
    http://bit.ly/KFzp5s

    Vorteil: automatische E-Mail-Benachrichtigung bei Fehler, automatisches Auslesen der IP (wird in Log und Mail benutzt)

    Allerdings erstelle ich jedes Mal mit -vssfull eine neue volle VSS Sicherungskopie. Hauptsächlich weil ich den Unterschied zwischen VSS-Kopiesicherung und vollständiger VSS-Sicherung (Schritt „erweiterte Option angeben“ im Sicherungs-Wizard) nicht wirklich verstehe.

    Liebe Grüße

  • josch

    Hallo,

    ich bin gerade über die zunehmende Zahl von Transaktions-Logdateien des im SBS 2011 integrierten Exchange Server gestolpert. Daraus ist EIN Unterschied zwischen VSS und VSS-Kopie zu erkennen. VSSFull löscht nach Abschluss der Sicherung die nicht mehr benötigten Transaktionslogs des Exchange, VSS-Kopie tut dies nicht.

    josch

  • Hans Jürgen

    Hallo Bent,
    habe eben zufällig diese nicht ganz neuen aber sehr interessanten Informationen gefunden. Bei uns (SBS2011) wird der Sicherungszeitplan der Windows-Server-Datensicherung bei jedem Neustart des Servers, also z.B. heute nach den Windows-Updates, gelöscht und muss neu eingegeben werden. Ist das ein spezieller Fehler bei uns oder ein „Feature“?
    Gruß
    Hans Jürgen

  • Bent Schrader

    Hallo Hans-Jürgen,

    normalerweise werden Sicherungszeitpläne (also Jobs bzw. Tasks) nicht beim Neutstart eines Systems gelöscht. Leider verhält sich ein SBS in der Tat etwas anders, als ein Standardserver, hat doch Microsoft hier einiges im Hintergrund „verbogen“. Da ich gerade kein Zugriff auf ein Test-SBS-System habe, kann ich das nicht wirklich nachstellen, als Feature würde ich es dennoch nicht bezeichnen.

    Gruß,
    Bent

  • Joerg

    Herzlichen Dank für die ausführliche Schilderung,
    Ich habe erst jetzt ein Recovery-Problem (Bare-Metal Sicherung Srv2008 R2):
    Die Sicherung erfolgte auf einer lokal, über NDAS Treiber eingebundener Lan-Festplatte.
    Das Recovery sollte von exakt dieser Festplatte, jetzt aber lokal über USB angeschlossen, erfolgen.
    Dabei wird die Sicherung nicht gefunden.
    Benötigt das Recovery eine Media Datei ?
    Muss die Ordnerstruktur exakt erhalten bleiben ?

    Gruß
    Joerg

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